Moorfrosch
Rana arvalis
Moorfrosch (Foto: Christian Strätz)
Kennzeichen
Fersenprobe Die Ferse lässt sich zwar über die Augen nach vorne strecken (im Unterschied zum Grasfrosch), reicht jedoch über die Schnauzenspitze nicht hinaus (im Unterschied zum Springfrosch)
Grasfrosch: Fersenprobe
Moorfrorsch: Fersenprobe
Springfrosch: Fersenprobe
Moorfrosch


Oberseite meist kontrastreich: Grundfarbe braun mit dunkelbraunen bis schwarzen Flecken. Grundfarbe auch eifarben oder dunkelbraun.
Hochzeitskleid Männchen können zur Paarungszeit blau gefärbt sein. Ursache ist die Ansammlung von Lymphflüssigkeit unter der Haut während der Winterstarre. Dadurch erhält der männliche Frosch eine schwabbelige Konsistenz.
Typische Farbabzeichen
   sehr häufig mit hellem Rückenstreifen von der Stirn zum Hinterende
   oft mit schwarzen Flecken auf den Rumpfseiten
   oft mit ungefleckter Bauchseite (vgl. Grasfrosch: Unterseite oft lebhaft gefleckt)
Größe 4 - 7 cm
Pupille waagrecht, elliptisch
Schnauze kurz, etwas zugespitzt
Trommelfell etw 2/3 der Augengröße


Verbreitung in Deutschland
   Verbreitungsschwerpunkt: Nord- und Ostdeutschland (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, neue Bundesländer)
   in Süddeutschland sporadische Vorkommen mit Schwerpunkt Oberrhein, Südhessen, Schwaben nördlich des Bodensees, Oberpfalz

Verbreitung in Bayern:
   Nordbayern: Mittel- und Oberfranken (Aisch-Gebiet, Regnitzbecken), Oberpfalz
   Südbayern: Gebiet der Isarmündung in die Donau
   weitere Einzelvorkommen in Unterfranken und Schwaben

Häufigkeit im Landkreis Bamberg:
In früheren Jahren wurde an mehreren Krötenübergängen (Mistendorf-Zeegendorf, Reichmannsdorf-Untermelsendorf) vereinzelt von Moorfroschfunden berichtet, doch handelte es sich dabei wohl immer um Fehlbestimmungen. Jedenfalls konnte der Biologe Udo Pankratius 1997 die Funde nicht bestätigen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind daher keine Moorfrosch-Vorkommen im Landkreis Bamberg bekannt, doch konnte Pankratius im  Nachbarlandkreis Erlangen-Höchstadt  diese seltene Art  finden.
Ergänzung:
Am Steinersee, einer siedlungsfreien Exklave des Landkreises Bamberg (Oberfranken) inmitten des Landkreises Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken), gibt es eine stattliche Population des Moorfrosches.

Lebensraum:
   Sumpfwiesen: bevorzugt Binsen- und Seggenbulten
   Bruch- und Auenwälder
   Niedermoore
   Sommerlebensraum: weit weg vom Gewässer, bei Trockenheit auch Gewässerufer

Lebensweise:
   Überwinterung an Land
   oft mit Grasfrosch, manchmal auch mit Springfrosch vergesellschaftet

Ruf:
"uog, uog, uog"   (ähnlich dem Blubbern der aus einer untergetauchten, leeren Flasche entweichenden Luft); Chorgesang: Die rufenden Männchen sitzen im flachen Wasser oder auf Wasserpflanzen in einem Abstand von weniger als einem halben Meter.
(vgl. NÖLLERT 1992)
Ruf zum Abhören: http://www.amphibienschutz.de/amphib/mofr.htm

Balz und Fortpflanzungsverhalten
   Laichwanderung hauptsächlich im März
   Laichballen enthalten bis zu 3000 Eiern.

Larven:
   Mundfeld mit drei schwarzen Zahnreihen
   Farbe der Oberseite variiert, oft dunkel mit metallischen Punkten
   Der Bauch ist meist kupfern gesprenkelt

Nahrung:
   Käfer, Schmetterlinge, Heuschrecken und andere Insekten
   Spinnen
   Landschnecken

Feinde:
   Greifvögel (Mäusebussard, Turmfalke, Schreiadler)
   Schwarz- und Weißstorch
   Eulen (Schleiereule, Uhu, Waldkauz)
   Elstern und Krähen

Abwehrverhalten:
   in Wasser: Untertauchen
   an Land: Flucht in dichte Vegetation
   bei Berührung: Anschmiegen an den Boden, Bedecken der Augen mit den Vordergliedmaßen

Geschlechtsreife:
nach der 2. oder 3. Überwinterung.

Höchstalter:
etwa 10Jahre (in freier Wildbahn)

Gefährdung durch
   Saurer Regen
   Flußbegradigungen mit der Abholzung natürlicher Auwälder
   Intensivierung der Nutzung von Niedermoorwiesen
   Generelle Absenkung der Grundwasserstände

(Informationen, wenn nicht anders angegeben, aus NÖLLERT 1992)

(Zusammenstellung: Johannes Heyn)
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