Männliche Eier
Männchen legen Eier - das gibt es bei den echten Kröten (Erdkröte, Kreuzkröte, Wechselkröte: waagrechte Pupille). Allerdings muss man etwas nachhelfen, indem man die Männchen kastriert, d. h. indem man ihre Hoden operativ entfernt. In diesem Fall verändert sich das so genannte Biddersche Organ. Dies ist ein verkümmerter Eierstock, der durch die Einwirkung der männlichen Sexualhormone aus den Hoden klein bleibt. Entfällt jedoch die hemmende Wirkung der Hormone, entwickelt sich aus dem Bidderschen Organ ein funktionstüchtiger Eierstock: Das Männchen legt nun Eier. Ob eine Befruchtung dieser Eier mit Spermien möglich ist, darf jedoch bezweifelt werden.
  
Das Biddersche Organ ist somit ein  Lehrbuchbeispiel dafür, dass in jedem Geschlecht die Anlagen beider Geschlechter schlummern. Man vergleich hierzu:
   Menschliche Embryonen weisen anfangs die Anlagen für Ei- und Samenleiter auf.
   Die Brustwarzen des Mannes entwickeln nie Milch, sind aber ebenso wie im weiblichen Geschlecht vorhanden.  
   Grasfrosch: Überreife, verspätet abgelegte Eier des Grasfrosches entwickeln sich zu Männchen, auch wenn sie zwei X-Chromosomen (typisch für Weibchen) aufweisen.  
   Zwicken: Wenn eine Kuh Zwillingskälber mit unterschiedlichem Geschlecht gebärt, ist das eine männlich, das andere jedoch eine Zwicke. Dies ist ein Kalb, das Geschlechtsmerkmale aufweist, die weder eindeutig männlich oder weiblich sind: Die männlichen Geschlechtshormone des Bullenkalbes verhinderten bei der Zwillingsschwester die perfekte Entwicklung zum weiblichen Tier.
Vgl. GRZIMEK, Band 5, 365-366.
Vgl. STORCH-REMANE-WELSCH, S. 265-266.
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