Knoblauchkröte
Knoblauchkröte (Foto: Johannes Otto Först)

Kennzeichen der Knoblauchkröte

Pupille   senkrecht (Gegensatz z. B. zur Erdkroete)
Größe Männchen: 4 - 6,5 cm
Weibchen: 5 - 8 cm
Hinterfuß   Fußinnenseite unten mit scharfkantiger Grabschaufel aus Horn           


Siehe auch:
Grabverhalten
Haut
   gelbliche (auch graue oder braune) Grundfarbe,
   braungelb marmoriert
   schwärzliche Warzen
   rote Punkte
Knoblauchkröte (Rückenansicht)
Kopf   mit Stirnhöcker, einer beulenartigen Erhebung hinter den Augen
Hautmuster   Die braune Marmorierung der Haut stellt ein individuelles Merkmal jeder einzelnen Knoblauchkröte dar. Betrachten Sie die Hautmuster von fünf männlichen Knoblauchkröten: "Fingerabdruck"!

  
Verbreitung in Deutschland
Verbreitungskarte
   großflächige Vorkommen in Nord- und Ostdeutschland
   in Süddeutschland hauptsächlich am Oberrhein, in Franken und der Oberpfalz
   südliche Verbreitungsgrenze etwa Donau

Verbreitung in Bayern:
   Tieflandart (nur wenige Vorkommen oberhalb 500 m NN)
   Verbreitungsschwerpunkt Nordbayern (Mittel- und Oberfranken; Oberpfalz)
   südlich der Donau nur sporadische Vorkommen
  
Häufigkeit im Landkreis Bamberg:
Bei den Krötenaktionen im Landkreis Bamberg gefundene Knoblauchkröten:
Jahr
Anzahl

  
In Kemmern (nördlicher Landkreis Bamberg) gibt es eine der bundesweit größten Populationen der Knoblauchkröte. Leider ist der Bestand bedroht:
Knoblauchkröten in Kemmern

1989
-
1990
-
1991
-
1992
8
1993
68
1994
25
1995
35
1996
21
1997
146
1998
46
1999
697
2000
366
2001
853
2002
849
2003
741
2004
302


Lebensraum:
offene Kulturlandschaft mit sandigen, d. h. gut grabbaren Böden: Sandäcker

Lebensweise: ausgeprägt nachtaktiv!
Die Knoblauchkröte hat eine derart heimliche Lebensweise, dass ihr Vorkommen vielfach erst bekannt wird, wenn der Mensch in ihren Lebensraum eingreift. (Beispiel: Kemmern)

Ruf: dreifaches " kwok kwok kwok" (stets unter Wasser; aus 5 m Entfernung kaum mehr zu hören)
Ruf zum Abhören:http://www.amphibienschutz.de/amphib/knkr.htm

Balz und Fortpflanzungsverhalten  
   Balzzeit: Ende März bis Ende Mai (manchmal auch bis Mitte August)
   Balzruf (siehe oben)
   Laichgewässer: bevorzugt Teiche und Tümpel mit dichtem Pflanzenbewuchs (Nährstoffreiches u. salzhaltiges Wasser ist kein Hindernis.)
   Paarung bevorzugt nachts: Das Männchen umfasst das Weibchen nicht wie bei anderen Arten hinter den Vorderbeinen, sondern im Hüftbereich vor den Hinterbeinen (Amplexus lumbalis). Die Männchen besitzen zur Paarungszeit auf der Oberseite der Arme einen auffällig hellen Fleck, die Oberarmdrüse, die wohl  in direktem Zusammenhang mit dem Paarungsverhalten steht.  
   Laich in fingerdicken, kurzen Laichschnüren von max. 1 m Länge; etwa 6 Eier nebeneinander in der Gallerte
   Eizahl: ca. 1000 - 3000/Laichschnur
  
Laichschnur der Knoblauchkröte:
Laichschnur fingerdick, wurstartig, etwa 1 m lang, enthält etwa 1000-3000 schwärzliche Eier, die in etwa 6-10 Reihen angeordnet sind. Laichschnur meist um Pflanzen gewunden: Foto einer Laichschnur

Larven:  
Knoblauchkröte: Kaulquappe (12 cm lang)
Knoblauchkröten haben Riesenkaulquappen. Das abgebildete Exemplar war 12 cm lang; in der Literatur findet man als maximale Längen deutlich über 20 cm!  Bei der Umwandlung (Metamorphose) entstehen viel kleinere Kröten, weshalb man von einer "Schrumpfmetamorphose" spricht.

Nahrung:
hauptsächlich Tiere der ausgeräumten Agrarsteppe:
   Laufkäfer
   Schmetterlingsraupen
   Regenwürmer

Feinde:
   Massenvernichtung von Laich und Kaulquappen durch Fische im Laichgewässer
   Ringelnatter
   Vögel (Graureiher, Weißstorch, Mäusebussard, Schwarzmilan, Lachmöwe)
   Mensch: Bis in den 2. Weltkrieg wurden die esslöffelgroßen Kaulquappen von Menschen in Notzeiten verzehrt.
(Vgl. GÜNTHER, R.[1996], S. 272)

Abwehrverhalten:
   Ausscheiden eines nach Knoblauch riechenden Sekretes (Name!)
   Beißen nach dem Feind
   Ausstoßen eines Schreckrufes
   Aufblähen des Körpers bei gleichzeitiger Aufrichtung in Stelzstellung

Geschlechtsreife:
mit 2-3 Jahren

Höchstalter: 11 Jahre
Im natürlichen Lebensraum erfolgt der "turn over" einer Population etwa alle 4-6 Jahre.                                                                        (Vgl. NÖLLERT [1990], S. 120)
  
Gefährdung durch
   Erweiterung menschlicher Siedlungen (s. Kemmern; vgl. oben)
   Landwirtschaft: Tiefpflügen, Spargelstechen
   Straßenverkehr
   Absenkung des Grundwassers

(Zusammenstellung: Benno Schüpferling)
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