Klepton
Fortpflanzungsverhalten der Grünfrösche

Die Bestimmung der Grünfrösche ist schwierig, weil alle drei "Arten" (Tümpelfrosch, Seefrosch und Teichfrosch) sich miteinander kreuzen können:
Dabei entstehen Teichfrösche (Rana kl. esculenta) mit diploiden oder triploiden Zellen. Die diploiden Formen besitzen in ihren Zellen je einen Chromosomensatz der Elternarten (1 x Tümpelfrosch, 1 x Seefrosch) und stehen mit ihren Merkmalen zwischen beiden Elternarten. Sind die Zellen jedoch triploid (was sonst bei Tieren nicht möglich ist), dann befinden sich in den Zellen drei Chromosomensätze; die Tiere ähneln dann immer der Ahnenform, von der sie zwei Chromosomensätze besitzen:
1 x Tümpelfrosch, 2 x Seefrosch ® Aussehen wie Seefrosch
   2 x Tümpelfrosch, 1 x Seefrosch ® Aussehen wie Tümpelfrosch
Man   nennt dieses ungewöhnliche Fortpflanzungsverhalten der Grünfrösche Hybridogenese; den entstehenden Mischling = Bastard nennt man Klepton (von griech. klepto = ich stehle) und will damit ausdrücken, dass sich die Bastarde ("Teichfrösche")  nur fortpflanzen können, wenn sie vom Geschlechtspartner Geschlechtszellen der "Elternart"  stehlen: Sperma- und Eizellen der Teichfrösche enthalten also entweder nur Chromosomen des Tümpelfrosches oder des Seefrosches - selbst dann, wenn beide Arten in dem Gebiet des Teichfrosches gar nicht vorkommen!
Um die Besonderheiten des Teichfrosches als Artbastard auszudrücken, wurde der ursprüngliche Artname Rana esculenta modifiziert zu Rana kl. esculenta.
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