Grasfrosch
Rana temporaria
Grasfrosch (Foto: Christian Strätz)
  
Kennzeichen
Unterscheidung von Grünfröschen brauner Schläfenfleck
Fersenprobe Ferse des nach vorne gestreckten Hinterbeines erreicht die Schnauzenspitze nicht.
Grasfrosch: Fersenprobe
Moorfrorsch: Fersenprobe Springfrosch: Fersenprobe
Grasfrosch


Oberseite olivfarben bis dunkelbraun, auch mit gelben Flecken auf braunem Grund
Pupille waagrecht, eiförmig
Fersenhöcker klein
Größe 4 - 10 cm

  
Verbreitung in Deutschland

Verbreitungskarte

Verbreitung in Bayern:
Der Grasfrosch kommt als häufigster einheimischer Frosch in ganz Bayern vor.
  
Häufigkeit im Landkreis Bamberg:
Jahr
Anzahl



Der Grasfrosch ist nach der Erdkröte - allerdings mit weitem Abstand - der zweithäufigste Lurch, der bei den Krötenaktionen im Landkreis Bamberg gefunden wird.


1989
4
1990
0
1991
30
1992
447
1993
343
1994
493
1995
357
1996
131
1997
510
1998
348
1999
823
2000
1040
2001
1253
2002
1133
2003
975


Gewicht und Größe:
Bei der Amphibienaktion 2001 wurde in Sandhof ein weiblicher Grasfrosch gewogen und gemessen. Ergebnis: 49,5 g bei einer Größe (Kopf-Rumpf-Länge) von 8,7 cm.

Lebensraum:
feuchte Wiesen, Wälder, Moore, Gärten, häufig ohne Kontakt zu einem Gewässer

Lebensweise:
   Überwinterung teils im Wasser, teils an Land
   bei der Laichwanderung unter den ersten Amphibien (mitunter schon im Februar)
   Sommerhalbjahr, nach dem Ablaichen: überwiegend landlebend; wird dann häufig im Gras von Wiesen gefunden (Name "Grasfrosch").

Ruf:
dumpfes, ziemlich leises Knurren
Ruf zum Abhören: http://www.amphibienschutz.de/amphib/grfr.htm

Balz und Fortpflanzungsverhalten  
Grasfrosch: Laichballen (Foto: Jürgen Gerdes)

Laichballen des Grasfrosches

Siehe auch:
Metamorphose


Larven:
   Länge beim Schlüpfen: ca. 7 mm
   Länge bei Metamorphose: ca. 4 cm
   Metamorphose meist im Juli beendet.
   Grundfarbe braun; mit kupferfarbenen Flecken betupft.

Nahrung:
   Käfer
   Heuschrecken
   Spinnen
   Nahrung der Larven: Algen, manchmal Artgenossen (Kannibalismus)

Feinde:
   ca. 20 Vogelarten (u. a. Weiß- und Schwarzstorch, Milane, Mäusebussard, Eulen, Amsel)
   Forellen
   Säugetiere (Wildschwein, Fuchs, Dachs, Wanderratte)

Abwehrverhalten:
   in Wasser: Untertauchen
   an Land: Flucht in dichte Vegetation
   bei Berührung: Anschmiegen an den Boden, Bedecken der Augen mit den Vordergliedmaßen

Geschlechtsreife:
Grasfrösche erreichen ihre Geschlechtsreife, wenn sie 50mm lang sind. Häufig sind sie dabei erst ein Jahr alt.

Höchstalter:
12 Jahre

Gefährdung:
Der Grasfrosch ist auf Grund ähnlicher Lebensräume aus denselben Ursachen wie die Erdkröte gefährdet. Im Landkreis Bamberg wurden folgende Gefahren für die Grasfroschpopulationen ermittelt:
   Zerstörung der Winter- und Sommerquartiere
   Durchschneiden der Wanderwege durch Straßen; unvernünftiges Verhalten von Autofahrern auch bei starken Wanderungsbewegungen
   Pestizid-, Jauche-  und Kunstdüngereinsatz während der Laichwanderung: Giftaufnahme durch die dünne Haut führt zu raschem Tod.
   schlechte Wasserqualität im Laichbiotop (z. B. auf Grund ungeklärter Abwässer)
   Trockenlegung von Laichgewässern
   nicht "bespannte" Fischteiche: Als Schutz gegen Fischparasiten sind Fischteiche im Winter meist leer. Häufig werden sie zudem gekalkt. Wenn sich während der Laichwanderung nur kleine Pfützen am Teichboden befinden, bildet sich darin eine ätzende Lauge!

(Informationen, wenn nicht anders angegeben, aus NÖLLERT 1992)

(Zusammenstellung: Benno Schüpferling und Leopold Vollmann)
Weiter
Zurück zum Anfang