| Erdkröte |

| Oberseite |
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| Unterseite | hell, oft mit dunkler Fleckung (Foto) | ||||||
| Iris | kupferfarben | ||||||
| Pupille | waagrecht (typisch für echte Kröten: Erdkröte, Kreuzkröte, Wechselkröte) |
| Jahr |
Anzahl
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Die seit 1989 stark gestiegene Zahl an Erdkröten im Landkreis Bamberg vermittelt den Eindruck, die Art sei zahlreicher geworden. Tatsächlich hat seit 1989 nur die Zahl der Amphibienübergänge, an denen Zählungen vorgenommen wurden, zugenommen. 1999 kam der Übergang Kehlingsdorf (Gemeinde Burgwindheim) dazu, an dem von Thomas und Michaela Köhler allein im Jahr 2000 über 6900 Erdkröten gezählt wurden! An anderen Übergängen ist ein drastischer Rückgang der Erdkröte zu verzeichnen: In Herrnsdorf fand man 1993 noch 3400 Erdkröten; 2000 waren es gerade noch 204 - ein neu geschaffenes Baugebiet am Ortsrand hat den Kröten im Laichgewässer das Wasser abgegraben! Trotzdem bleibt die Erdkröte der häufigste einheimische Lurch: Etwa 90 % der bei den Laichwanderungen gefundenen Tiere sind Erdkröten! |
| 1989 |
5100
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| 1990 |
6606
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| 1991 |
4658
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| 1992 |
8984
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| 1993 |
12837
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| 1994 |
14479
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| 1995 |
11810
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| 1996 |
11569
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| 1997 |
13921
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| 1998 |
17496
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| 1999 |
19653
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| 2000 |
23386
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| 2001 |
37448
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| 2002 |
29105
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| 2003 |
37045
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| 2004 |
28877
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| reich strukturiertes Kulturland (mit Feldgehölzen) |
| Wälder (bis 1500 m NN) |
| im Frühjahr Wanderung zum Laichgewässer (etwas später als der Grasfrosch, etwa ab Anfang März) [siehe unten!] |
| Laichwanderung ab dem 3. Lebensjahr, gewöhnlich mit Einbruch der Dämmerung beginnend und meist spätestens um Mitternacht endend |
| Entfernung vom Überwinterungsquartier zum Laichgewässer: max. 3 km |
| Temperatur bei der Laichwanderung: ab 4°C, optimal: 10°C (und gleichzeitig Regen) |
| Ortstreue: Der Drang, in das Geburtsgewässer zu wandern, ist wohl durch einen Lernvorgang entstanden, der gewöhnlich ein Umlernen nicht zulässt (Ortsprägung). |
| Eiablage hauptsächlich in der ersten Aprilhälfte - der genaue Zeitpunkt ist von Wetter und Höhenlage abhängig. |
| zweite Aprilhälfte: Verlassen des Laichgewässers, Wanderung zum Sommerquartier = Jagdrevier (meist nicht identisch mit Überwinterungsquartier); Fortsetzung der Winterruhe im Boden des Jagdreviers |
| Mai: Ende der Winterruhe/Beginn der nächtlichen Jagdtätigkeit (Aktionsradius ca. 150 m) |
| Jungkröten sind im ersten Lebensjahr tagaktiv, danach nachtaktiv. |
| Laichwanderung im März und April: Aus dem Weg vom Winterquartier (meist im Boden von Laubwäldern) zum Laichgewässer zeigen die Erdkröten eine große Ortstreue: Sie wandern in der Regel genau in das Gewässer, in dem sie selbst aus dem Ei geschlüpft sind, auch wenn inzwischen eine Straße ihren Weg quert und wenn man ihnen diesseits der Straße ein Ersatzgewässer anbietet. Wie die Kröten bei den nächtlichen Wanderungen den bis zu 3 km langen Weg finden, ist noch immer ungeklärt (Geruch? Magnetkompass? Geländemarken? - Eine Orientierung über Sterne scheint ausgeschlossen, da die Wanderung bevorzugt bei nassem Wetter, d. h. bei bedecktem Himmel, stattfindet. |
| Klammerreflex der Krötenmännchen: Erdkröten-Männchen umklammern in Balzstimmung alle Gegenstände, die weich und mindestens so groß wie sie selbst sind - es könnte ja ein Weibchen sein! Hier zeigt ein Krötenmann seinen Klammerreflex an der Hand eines Schülers bei einer nächtlichen Krötenaktion: |
| Paarung häufig schon auf dem Weg zum Laichgewässer: Da 4-7 Mal so viele Männchen an der Laichwanderung teilnehmen wie Weibchen, bleibt kein Weibchen ohne Männchen. Die Weibchen nehmen die Männchen huckepack; da das Weibchenbild des Krötenmännchens jedoch nur in den Merkmalen "größer als ich" und "weich" besteht, kommt es leicht zu Fehlpaarungen, z. B. mit Fröschen. |
| Geschlechtsverhältnis bei der Laichwanderung: männlich/weiblich = 7:1 (Die Weibchen laichen demnach nicht jedes Jahr ab.) |
| Eireifung: Der Aufenthalt im Laichgewässer ist die einzige Zeit, an der Erdkröten auch tagsüber aktiv sind. Die Außenfaktoren Licht und Wasser stimulieren die Eireifung in den Eierstöcken der Weibchen. |
| Ablaichen: Während der Eiablage drückt das Weibchen den Rücken durch ("Hohlkreuz"); dies ist für das Männchen auf seinem Rücken das Signal, die Eier im Wasser zu besamen (äußere Befruchtung). |
| Zahl der Eier: 3000 - 8000 Eier in 2 Laichschnüren. In den Laichschnüren liegen die Eier, in einer Gallerte eingebettet, in einer Doppelreihe. |
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Das Foto zeigt eine Laichschnur der Erdkröte auf einem Laichballen des Grasfrosches. |
| Die Laichschnüre werden gewöhnlich an Wasserpflanzen befestigt. |
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Kaulquappen der Erdkröte am Grunde des Laichgewässers |
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Massenvorkommen von Jungkröten in einem Kelleraufgang in Godelhof
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| Nahrung der Kaulquappen: vorwiegend pflanzliche Nahrung (z. B. Algenbewuchs von Steinen, Detritus = totes organisches Material, Plankton) |
| Nahrung der Jungkröten (bis 2 cm Größe): Milben und Springschwänze (flügellose Urinsekten aus der Falllaubschicht des Waldbodens) |
| Nahrung der erwachsenen Kröten: Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Nacktschnecken, Schmetterlingsraupen und andere Insekten (hauptsächlich Laufkäfer, aber auch Ameisen |
| Iltis |
| Fuchs |
| Dachs |
| Igel |
| Graureiher |
| Abwehrverhalten: |
| Einschüchterung des Feindes: Die Erdkröte macht sich groß, indem sie mit gespreizten Beinen den Körper von der Erde hebt. Außerdem wird durch Aufblähen des Körpers ein viel größeres Tier vorgetäuscht. Die wirkt manchmal sogar gegen Ringelnattern! | ||
| Abwehr mit Gift: Über den ganzen Körper, besonders aber am Kopf ("Ohrdrüsen") sind Giftdrüsen verteilt. Das Gift wird bei Gefahr abgesondert und wirkt sogar schon aus der Distanz, weil es die Augen des Angreifers reizt. - Wenn die Kröte in den Mund des Feindes gerät, greift das Gift die Schleimhäute an, so dass Feinde manchmal zum Ausspucken der Beute veranlasst werden. |
| Gefährdung durch |
| Zerstörung der Winter- und Sommerquartiere | ||
| Durchschneiden der Wanderwege durch Straßen; unvernünftiges Verhalten von Autofahrern auch bei starken Wanderungsbewegungen | ||
| Pestizid-, Jauche- und Kunstdüngereinsatz während der Laichwanderung: Giftaufnahme durch die dünne Haut führt zu raschem Tod. | ||
| schlechte Wasserqualität im Laichbiotop (z. B. auf Grund ungeklärter Abwässer) | ||
| Trockenlegung von Laichgewässern (Beispiel: Herrnsdorf im Landkreis Bamberg) | ||
| nicht "bespannte" Fischteiche: Als Schutz gegen Fischparasiten sind Fischteiche im Winter meist leer. Häufig werden sie zudem gekalkt. Wenn sich während der Laichwanderung nur kleine Pfützen am Teichboden befinden, bildet sich darin aus dem Branntkalk eine ätzende Lauge! |