Atmung
Atmung der Amphibien
Amphibien verwenden je nach Lebensalter, Umgebung und Jahreszeit vier unterschiedliche Atmungsarten:
1. Lungenatmung
2. Mundhöhlenatmung
3. Hautatmung
4. Kiemenatmung
Die Lurche waren die ersten Wirbeltiergruppe, die das Landleben erprobte. Da sie weder Rippen noch Zwerchfell besitzen, mußten sie eine andere, urtümliche Atmungstechnik erhalten, als sie weiterentwickelte Tierordnungen besitzen.
Der Mundboden der Lurche ist sehr beweglich und wird als "Pumpe" benutzt. Durch das Absenken der Kehlhaut wird die Luft durch die Nasenlöcher eingesogen und anschließend durch Anheben der Kehlhaut bei gleichzeitigem Verschließen der Nasenlöcher wird sie aus der Mundhöhle in die Lungen gepreßt. Diese sauerstoffreiche Luft kann dann in den Lungenbläschen gegen die sauerstoffarme, aber CO2-reiche Luft in die Mundhöhle zurück, und von dort aus wird sie durch die Nasenlöcher ausgeatmet. ...
Deutlich erkennbar ist diese regelmäßige und langsame Mundbodenbewegung bei ruhigen Tieren. Sie darf dann jedoch nicht mit der schnelleren, rhythmischen Vibration der Kehlhaut verwechselt werden. Dies ist eine andere Atmungsart, die Mundhöhlenatmung. Hierbei wird die durch die Nasenlöcher eingesogene Luft nicht in die Lunge gepreßt, sondern über die stark durchbluteten Schleimhäute, den Mundhöhlenboden, aufgenommen und gelangt so in das Blut. [ BLAUSCHECK (1985), S. 26]
Eine für die Amphibien besonders wichtige Art der Atmung ist die Hautatmung: Durch die dünne, feuchte Haut kann ein großer Teil des benötigten Sauerstoffs direkt durch die Haut aufgenommen werden. Während der Winterstarre atmen Arten, die am Boden von Gewässern die kalte Jahreszeit verbringen, sogar ausschließlich über die Haut!
Kiemen sind die Atemorgane Wasser bewohnender Tiere, die meist als dünnhäutige Ausstülpungen der Haut entstehen und direkt ins Wasser ragen. Bei den einheimischen Amphibien besitzen die Larven = Kaulquappen bis zur Metamorphose Kiemen. Lediglich die Jungen des Alpensalamanders werden bereits Lungen atmend geboren.
Die folgende, leicht veränderte Tabelle aus BLAUSCHECK (1985; S. 24) zeigt den Anteil der Atmungssysteme einiger Arten an der Gesamtatmung:
Atemorgan
Haut
Mundhöhle Lungen
Erdkröte
Laubfrosch
Feuersalamander
Kammmolch
27,6 %
24,2 %
41,4 %
73,7 %
0,9 %
1,1 %
1,3 %
3,0 %
71,5 %
74,7 %
57,3
23,3

Zurück